Soundcheck (ZN)

Sitzend in einem abgedunkelten Raum voller Geröll bereitet sich Ötska auf die bevorstehende Zeitvertreibung vor. Die in Koffer verpackten Lasten werden bereits in die Halle geschoben, während die Verkabelung der Anlagen bereits von statten geht. Eingestimmt auf das Licht, beginnt nach falsch-verstandener Nettigkeit der Soundcheck.

Die Bühne steht. Die unterstützenden Werkzeuge werden auf Verständlichkeit gestimmt. Was nun über Frequenzen und der Lautstärke vermittelt werden soll, verstärkt die Reize und Wahrnehmung der eigentlichen Intension. Kein brummen, kein summen und kein rauschen. Das Ritual scheint seinen Lauf zu nehmen. Die Kanäle werden eingerichtet, sodass man auf Reaktionen entsprechend reagieren kann (vorbestimmen). Die Menschen sollen es kennen lernen. Wie wirkt der Bass? Löst es Unwohlsein aus?

Mit Effekten überladende Einflüsse runden alles ab. Die Kontaktaufnahme verbindet und erbringt mehr Möglichkeiten wie angedacht. Was bringt ein Gehörschutz? Wie empfinden die Interessierten diese Beschallung von vorne, ganz hinten oder sogar außerhalb? Ist hier noch genug Platz, oder fehlt die Geduld zur Fehlerbehebung, sodass die Leute auf dem ersten Eindruck bestehen, vergleichen und sich nicht einlassen. Warum nicht mal zuhören und Ausschau halten?

Falsch verstandene Aussagen, Gesten oder Texte lassen die Bewertung starten. Den Kontakt mit anderen Menschen vermeiden, Bögen ziehen, Menschenumgehungen zeitlich vorplanen und trotzdem interessiert sein? Widersprüchliche Menschen sind zu vielseitig – sie passen nicht in Schubladen – unkommunikativ.

Kurze, inhaltsleere Auftritte beflügeln Schwächen weswegen wir für uns auf dieser Bühne stehen. Der Komfort reicht nicht aus – das Interesse ist zu schwach. Jedes Lied verbirgt unerklärliche Erinnerungen, Zusammenhänge und Gedankenanstöße, die zu dessen Vermeidung verborgen bleiben müssen. Warum ist Entfernung immer ein großes Thema?

Nach bestem Wissen und Gewissen befolgen wir Muster um fehlerfrei Handlungen zu absolvieren – Playback. Doch die Absichten dieser Handlungen sind völlig egal, wenn etwas fehlerhaftes dabei rauskommt, interessiert es keinen. Angst ist Manipulation. Alles dreht sich im Kreis. Wir sind selbst dafür verantwortlich, Widerstand zu leisten.

Inakzeptanz sollte nicht nur wörtlich ein Fremdwort sein.

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