Am falschen Ort

Eine jährliche Flucht treibt Ötska zu persönlich ungünstigen Zeitpunkten an Orte, in der eine außenstehende und offensichtliche Erscheinung eine gewisse Lehre in ihm auslöst die zeigt, dass man selbst doch nur ein flackerndes Licht auf einer riesigen Tafel der vermeidlich austauschbaren Scheinpersönlichkeit ist.

Die Reise beginnt meistens im Dunklen und allein. Mit einer gewissen Last, geht es los. Abgeschottet von allem und auf sich gestellt. Kein Signal. Ganz zuversichtlich weist eine leise Stimme den Weg ins Ungewisse. Man hat kein Recht darauf Umwege zu finden, die vielleicht zu schöneren Ziele führen. Doch wen kümmert’s denn wirklich wo man irgendwann landet, wenn keiner wartet?

Manchmal sind Dinge zu nahbar um wirklich gesehen zu werden – und verschwenden/verschwinden in Gedanken. Das Gepäck – als Last oder Schutz, es kann auf viele Arten nützlich sein. Der Standpunkt erscheint auf jedem Schild gleich, doch hier soll man vielleicht nicht stehen. Gut besucht und ein wenig zertrampelt nur um das Beste zu sehen – aber niemand hört zu.

Nach der Reise ist es nicht verwirrend hier zu stehen. Wie zweitrangig das Ziel erscheint, wenn wir bestimmten Wegen nur ausweichen, weil Sie durch Vorurteile steinig und schwer sein sollen. Akzeptanz um aus der vorgedachten Reihe zu tanzen. Die Bedeutung von Hintergründe schon vorzubeugen, um sich nicht auf Seite ziehen zu lassen. Alles scheint verlaufen, doch irgendwie vernünftig. Vielleicht soll es an solchen Tagen regnen, damit sie in Erinnerung bleiben.

Wieso zwischen Verstand und Herz unterscheiden? Wieso nicht daran arbeiten, wenn keine Aufgaben da sind? Warum denken Menschen, dass der Standard schön ist und fühlen sich wohl, wenn alles super erscheint. Wo sind die Herausforderungen um was einzigartiges zu haben. Wieso abreisen, wenn man nur den abgelaufenen, abgenutzten und beurteilten Sichten und Richtungen folgt?

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Halo

Durchkämpft durch gespiegelten Zwischenräumen auf der Suche nach dem Ideal oder einer spontanen Konstante steht er ganz ge-/verlassen an der kühlen Luft neben sich. Die Sicht ist leicht beschlagen – schon fast erfroren.

Als Objekt kategorisiert, kreierte er eine holprig beginnende Geschichte um der Entfremdung einen ungewissen Halt zu geben. Aber wo fängt am besten an? Je mehr man sagt, desto mehr wird überhört. Im ersten Level wird man langsam mit der Steuerung vertraut gemacht. Entfernungen sind schwierig einzuschätzen und spontan zu entscheiden. Alles erscheint trotzdem irgendwie recht flach, ein wenig fremd – ferngesteuert. Diese wiederkehrenden Erfahrungen – doch ohne bewussten Zusammenhang.

Die kreierten Geschichten erscheinen grinchig, nur ohne Meinungsänderung zum Ende. Zwischenspeichern ist doch nur was für Anfänger. Hat auch jemand wirklich zugehört? Lieber Schizophren als allein, begibt er sich ins nächste Level.

Alle Fragen stehen offen, die Aufrüstungen und Nachfolgemodelle wurden erfolgreich bezogen – ein saisonales bzw. mediales Fest. Aus dem Takt gekommen und mit Identitätsverlust. All die Arbeit – er steht so kurz davor, endlich aufzustehen. Ein Geben und Nehmen von Schuldzuweisungen kommt hinzu. Die Rolladen sind unten, die Umgebung trotzdem stetig in Veränderung. Noch lange nicht angekommen, aber zumindest aufgestanden. Auf eigenen Beinen – kein Tag ohne Farben.

Die Überblendung verschwimmt den ersten Eindruck. Es folgt eine Überbewertung einzelner Eigenschaften. Es werden Verbindungen mit sich selbst aufgebracht, die zur verzerrten Wahrnehmung führen. Die Attribute unterscheiden sich zum Standpunkt zu sich selbst. Statuseffekte werden verschenkt, falsch verstanden und überschätzt. Überstrahlt von passender Bedienung und gutem Anschein. Hoher Preis, und schlechte Arbeitsbedingungen, trotz leichter Bedienung und vermeidlicher Klarheit?

Der Halo-Effekt – ein persönliches und mediales Problem. Erstmals 1907 von Frederic L. Wells beobachtet. Solange wir noch Dinge hinterfragen, bleibt uns Zeit. Es gibt einprägsameres als den ersten Eindruck. Ungleichheit macht sympathisch. Müssen letzte Eindrücke zu einem Menschen so lange nachklingen? Immer auf der Suche, das Beste zu sehen. Wieso ist es so schwierig Gewohnheiten zu brechen, wieso muss alles messbar sein und warum sollen Dinge nicht funktionieren können?

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Vergessen

Wie ein Kind, dass im Wartezimmer mit einem Holzklotz über den Straßenteppich brettert. Wie Scheinpersönlichkeiten uns andere Perspektiven zeigen oder Klarträume unsere Schattenseiten zeigen. So Leben wir in unser eigenen Welt.

In der Vergessenheit waren wir Uneinsichtig, Unaufmerksam oder haben keine tiefergehende Verbindung mehr, die uns dazu verleitet darüber nachzudenken. Besatze, die einen Abschnitt verschönern und plötzlich verschwinden, sind aufgespielte Wichtigkeiten die uns in diesen Zeiten über Wasser gehalten haben. Stichwort: Veränderungen. Allein die Vorstellung, dass …

Sie zeigten uns, welche Empfindungen wir einsetzen können, um ein Spiel zu gewinnen, zu verlieren oder menschlich zu sein. Depersonalisation. Verschiedene Gesichter müssen die alte Aktentasche ertragen. Immer griffbereit und auf eine gewisse Art und Weise doch selbstdarstellend. Auf einer anderen Ebene, die für die meisten nur sehr unverständlich scheint. Ein Zeitvertreib für Groß und Klein; die Vorstellung durchblickt zu werden, damit niemand mehr was wissen möchte. Eine günstige Überbrückungshilfe, im Netz der eigenen Treue. Auffangend, doch wie ein Lauffeuer. Anonymität hilft aus, bestätigt aber nur die Vergessenheit. Ein anstandshalberes „Sorry“ für diesen Netzroller.

Die Verbundenheit, der Verschleiß – unwichtig. Der Schlüssel geht verloren – die Wellenlänge geht ins ultraviolett. Ötska wäre lieber da und nicht da. Es ist aber auch zum vergessen werden. Niemand erlaubt sich den Platz dafür, auch wenn manche Anbieter diesen mittlerweile kostenlos anbieten. Doch es sind nicht die Gruppen, in der Ötska sein möchte. Auch Kants Zettel erfüllte wahrscheinlich nicht den Zweck über den Verlust von Erinnerungen und Wichtigkeiten.

Aber der Stadsdel bleibt erhalten.

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Unsichtbar

Der nächtliche Heimweg stellt sich für Ötska meist als sehr lang und schwer heraus. Alle gewonnenen Eindrücke und Einflüsse aus dem Unterbewusstsein gewinnen einen neuen Platz und beschäftigen ihn Schritt für Schritt durch die dunklen und tot-kalten Straßen.

In bestimmten Zeiten und Phasen im Leben fühlt sich Ötska versteckt vor jedem – vor sich selbst. Wo kein Licht, dort kann auch kein sichtbares Bild entstehen. Zu sehr mit selbst beschäftigt um der Umwelt einen Blick zu schenken. Straßenseite wechseln. Wir verändern den Weg, die Blickrichtung oder gehen Situationen aus dem Weg. Doch irgendwie ist man auf eine gewisse Weise blind.

Illusionen und Vorstellung der Unsichtbarkeit dämpfen ein paar seiner Ängste. Zu persönlich; zu viele Menschen; zu viele Eindrücke, doch kein Interesse. Verdunkelt und verschwommen im ersten Eindruck – Profilbild. Warum sehen wir meistens nur das, was wir sehen wollen oder uns Leute sehen lassen wollen? Wie wirkt sich das auf unser handeln aus? Was für Gedanken kommen, wenn man wirklich unsichtbar wäre?

Ötska könnte einfach stehen bleiben – auch abseits des Gehwegs. Abseits von Fortschritten, Herausforderungen und Erwartungen, weil niemand merkt wer oder was wirklich mit und in ihm existiert. Es hätte eine schützende Funktion, eine eigene Unzugänglichkeit. Man hätte nicht die Chance zu verletzen, sich anzupassen, herauszustechen, vor der Zeit. Was ist Unsicherheit? Was sind Fehler oder Sensibilität?

Wir denken zu viel über und zu wenig mit. Die Persönlichkeiten sind nicht stabil, zu sehr von Ablenkungen abgelenkt. Man stürzt sich in Dinge, dreht alles leiser – ist stumm. So viel Kontakt und doch so wenig Kontakt. „Lach doch mal.“ Wem man wichtig ist, schätzt man nicht, weil man es selbst nicht tut. Überbringung von Botschaften die keiner versteht – sich kleinreden – gut gemacht.

Der Herbst kommt, die Stimmung wird eingeleitet. Die Motivation und Aufmerksamkeit steigt. So viel mitzuteilen, doch zu sehr abgelenkt von einer anderen Welt und Geschichten von anderen. Uns geht es doch allen eigentlich gut, warum leiden dann so viele? Was macht uns innerlich so schwach oder sind wir zu stark? In dunkler Kleidung fühlt er sich verbunden, zu sich, zu seinen Stärken.
Er ist erfolgreich indem was er tut, doch für sich selbst nur unsichtbar.


Sonnengrau (ZN)

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