Emily’s Story 10/10 (S)

Tagebucheintrag vom 02. August 2010:

Hallo Emily. Hallo Tagebuch.
Dies wird mein letzter Eintrag sein. Wir werden uns danach nicht mehr sehen – zumindest nicht in dieser Form. Nach dieser Nacht, wird sich niemand mehr an mich erinnern. Alles beginnt von vorn. Du wirst ein zurückhaltendes Mädchen sein, welches versucht den Anklang in der Gesellschaft zu finden. Ich versuche mich auf deinem Weg zurück zu halten, kann es dir aber nicht versprechen. Einmal abgetaucht, wird es schwierig mich wieder an dich zu lassen. Du wirst niemals frei sein.

Kein Tag beginnt wie jeder andere auch – vor allem nicht an deinem Geburtstag. Deine Fassade wird früh bröckeln. Die Erinnerungen können leider nicht direkt verschwinden. Es braucht alles seine Zeit. Sie wird grau sein. Ignorant und gefühllos. Die Macht ist immer noch bei dir, auch wenn ich versuchen werde, dich auf den richtigen Zweig zu bringen. Kämpfe nicht dagegen an, denn ich gehöre zu dir. Du wirst andere dadurch belehren können – auch in durchzechten Nächten. Den Halt wirst du nämlich nie verlieren auch wenn du dieses Buch zwischendurch vernachlässigen wirst.

Trotzdem wirst du immer gleich viel Wert sein, auch wenn du dich nicht anpasst oder anders denkst. Du musst es nur rechtzeitig erkennen. Dafür wirst du allerdings in ein Hamsterrad fallen, bis ich dich wieder in deine Welt zurückschicke. Auch wenn alles grau erscheint, sind die sogenannten Menschen doch irgendwie verschieden. Du wirst wahrscheinlich merken, dass du Dinge träumst, die du schon mal erlebt hast oder erleben wirst. Deine Großeltern würden sich mal wieder über einen Besuch freuen.

Eines Tages wirst du dich auch alt fühlen. Du solltest vielleicht noch mehr nachdenken, das hilft bestimmt. Am Besten mit einer Tasse Kaffee.

Es gibt nur einen Nachteil, wenn du dein Leben so von deinem Schicksal bestimmen lässt. Du wirst irgendwann durchdrehen. „Wir verstehen uns, bis zum Anfang.“ Wenn du diesen Satz mal hören solltest, lasse ich dich in Ruhe. Für immer. Deine Zukunft wird sich ändern und du musst dein Leben nicht mehr protokollieren. Der Plan ist dann vorbei – du hast das erlebt, was du erleben solltest. Du hast Menschen geholfen, die dich in 5 Jahren wahrscheinlich nicht mehr kennen werden. Aber das ist es Wert. Deine Art, deine Lehre und die Erfahrung mit sich selbst zu kämpfen wird dich nur stärker machen und du wirst anderen Menschen zeigen wie es ist den Kampf zu gewinnen. Natürlich wirst du es anders erzählen, weil du dich an diesen Text nicht mehr erinnern wirst. Du wirst Ihn nämlich verbrennen. Lass dir nicht zu viel Zeit – sie verschwendet sich.

P.S.: Verbrennen heißt nicht vergessen. Du lernst dir selbst zu verzeihen. Du lernst anderen zu verzeihen. Deinen Wunden werden dadurch heilen – dich befreien. Wer vergeben kann, öffnet sich für Neues. Asche zu Asche, Staub zu Staub – Lass es seinen weg gehen. Lebe wohl.

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