Der Antiheld (P)

Als Antiheld werden in der Regel Figuren bezeichnet, die in bestimmten Situationen mit gesellschaftlich-nahen Aspekten profitieren. Sie werden meist mit Verletzungen und Schwächen konkret dargestellt und sollen einen Kontrast einbringen. Sie spielen meistens nur die Nebenrolle, geben aber tragkräftige Schritte vor. Ein Antiheld ist niemals Antagonist einer Geschichte und wird meistens isoliert, passiv, kritisch und ein wenig melancholisch dargestellt. Er arbeitet meist ohne sichtbaren Gegenspieler und erlebt das Ende der Geschichte meistens nicht.

Die Wichtigkeiten sowie deren ausführenden Personen, können sich im Laufe der Zeit ändern. Wenn irgendwas Neues ins Leben eintritt, werden viele Handlungen in der Vergangenheit vergessen. Manchmal findet man Probleme, wo keine sind oder versucht einfach damit zu leben. Dinge werden mehr schätzen gelernt, wenn der Versuch zur Hilfe aufgrund der Erwartungen scheitert und sich ein „Was mache ich hier eigentlich?“ aufspielt. Die Richtigkeit mag man selbst beurteilen, doch bei der regelmäßigen Arbeit verschafft man sich verschiedene Eindrücke. Allein ein offenes Ohr, ein bisschen hinterfragen oder die Zeit (wie bei Serien) zeigt auf, wer hier was bewirkt und wie es nach außen sein soll.

Seit einigen Jahren wird in der Serienbranche der typische Ablauf bzw. der Verlauf einer Geschichte gebrochen. Es finden viele Wechsel, lange statische Aufnahmen, schnelle Sprünge aber auch Veränderungen statt.

Der Austritt aus dem komfortablen Zone kann ebenfalls erfolgreich sein. Veränderungen, lange Gespräche oder Unregelmäßigkeiten schränken einen nicht mehr ein, als in einer Zone gefangen zu sein (wie Teil 13 einer Reihe mit neuen Regisseuren oder vielleicht sogar Darstellern). Beim Eingehen einer Sache aus der nicht-komforten Zone wird klar, wo man steht und wie man stehen sollte. Hilfe annehmen – es wird sich immer irgendwas ändern. Der Punkt sollte schon im Voraus klar stehen und keinen Spielraum haben. Oder machen gerade die Befürchtungen und Wünsche eine Geschichte zu etwas besonderen –  einem Wendepunkt? (bspw. Breaking Bad)

Diese Vorgehensweise stellt Ötska allerdings vor einigen Herausforderungen. Die persönliche Ebene oder eigene Bedürfnisse sollten generell nicht mitspielen, aber gezeigt werden. Dies könnte zu einer Verschiebung der äußeren Einschätzung dienen. So decken sich Schwächen im Konzept auf, die wiederum genutzt werden können in die Nebenrolle zu fallen. Er stellt sich für die Sache dar, um sich irgendwann automatisch rauszuhalten, da es sich irgendwann verläuft und die Geschichte geht weiter.

Durch das ständige Leeren werden die Abstände für diese Dinge immer geringer, da man selbst immer mehr Risse mit sich trägt, die irgendwann wohl das Wahre oder Unwahre zeigen. An Netzwerken ist es unbegrenzt. Wege die man eingehen könnte, doch es ist nicht vorgesehen. Es scheint irgendwie sehr unbegründet und subjektiv geleitet?

Es ist vielleicht doch eine tragende Rolle, die zu schnell abgeschrieben wird. Manche Dinge feiern sogar großen Erfolg (bspw. Deadpool). Doch in ernsten Situationen fällt die Rolle aus der Reihe. Es ist unklar ob man diese Löcher umgehen soll, ob man auch mal schwach sein soll oder alles blockiert. Es ist schwierig man selbst zu sein, wenn man es selbst nicht wissen möchte.

Warum verstellen wir Menschen uns, passen uns Meinungen an und laufen dann doch nach der eigenen Nase? Sich selbst zu beherrschen ist wohl die größte Herausforderung. Es braucht die Rolle namens „Ich“. Das Drehbuch liegt bereits vor.

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Am falschen Ort (T)

Eine jährliche Flucht treibt Ötska zu persönlich ungünstigen Zeitpunkten an Orte, in der eine außenstehende und offensichtliche Erscheinung eine gewisse Lehre in ihm auslöst die zeigt, dass man selbst doch nur ein flackerndes Licht auf einer riesigen Tafel der vermeidlich austauschbaren Scheinpersönlichkeit ist.

Die Reise beginnt meistens im Dunklen und allein. Mit einer gewissen Last, geht es los. Abgeschottet von allem und auf sich gestellt. Kein Signal. Ganz zuversichtlich weist eine leise Stimme den Weg ins Ungewisse. Man hat kein Recht darauf Umwege zu finden, die vielleicht zu schöneren Ziele führen. Doch wen kümmert’s denn wirklich wo man irgendwann landet, wenn keiner wartet?

Manchmal sind Dinge zu nahbar um wirklich gesehen zu werden – und verschwenden/verschwinden in Gedanken. Das Gepäck – als Last oder Schutz, es kann auf viele Arten nützlich sein. Der Standpunkt erscheint auf jedem Schild gleich, doch hier soll man vielleicht nicht stehen. Gut besucht und ein wenig zertrampelt nur um das Beste zu sehen – aber niemand hört zu.

Nach der Reise ist es nicht verwirrend hier zu stehen. Wie zweitrangig das Ziel erscheint, wenn wir bestimmten Wegen nur ausweichen, weil Sie durch Vorurteile steinig und schwer sein sollen. Akzeptanz um aus der vorgedachten Reihe zu tanzen. Die Bedeutung von Hintergründe schon vorzubeugen, um sich nicht auf Seite ziehen zu lassen. Alles scheint verlaufen, doch irgendwie vernünftig. Vielleicht soll es an solchen Tagen regnen, damit sie in Erinnerung bleiben.

Wieso zwischen Verstand und Herz unterscheiden? Wieso nicht daran arbeiten, wenn keine Aufgaben da sind? Warum denken Menschen, dass der Standard schön ist und fühlen sich wohl, wenn alles super erscheint. Wo sind die Herausforderungen um was einzigartiges zu haben. Wieso abreisen, wenn man nur den abgelaufenen, abgenutzten und beurteilten Sichten und Richtungen folgt?

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Halo (T)

Durchkämpft durch gespiegelten Zwischenräumen auf der Suche nach dem Ideal oder einer spontanen Konstante steht er ganz ge-/verlassen an der kühlen Luft neben sich. Die Sicht ist leicht beschlagen – schon fast erfroren.

Als Objekt kategorisiert, kreierte er eine holprig beginnende Geschichte um der Entfremdung einen ungewissen Halt zu geben. Aber wo fängt am besten an? Je mehr man sagt, desto mehr wird überhört. Im ersten Level wird man langsam mit der Steuerung vertraut gemacht. Entfernungen sind schwierig einzuschätzen und spontan zu entscheiden. Alles erscheint trotzdem irgendwie recht flach, ein wenig fremd – ferngesteuert. Diese wiederkehrenden Erfahrungen – doch ohne bewussten Zusammenhang.

Die kreierten Geschichten erscheinen grinchig, nur ohne Meinungsänderung zum Ende. Zwischenspeichern ist doch nur was für Anfänger. Hat auch jemand wirklich zugehört? Lieber Schizophren als allein, begibt er sich ins nächste Level.

Alle Fragen stehen offen, die Aufrüstungen und Nachfolgemodelle wurden erfolgreich bezogen – ein saisonales bzw. mediales Fest. Aus dem Takt gekommen und mit Identitätsverlust. All die Arbeit – er steht so kurz davor, endlich aufzustehen. Ein Geben und Nehmen von Schuldzuweisungen kommt hinzu. Die Rolladen sind unten, die Umgebung trotzdem stetig in Veränderung. Noch lange nicht angekommen, aber zumindest aufgestanden. Auf eigenen Beinen – kein Tag ohne Farben.

Die Überblendung verschwimmt den ersten Eindruck. Es folgt eine Überbewertung einzelner Eigenschaften. Es werden Verbindungen mit sich selbst aufgebracht, die zur verzerrten Wahrnehmung führen. Die Attribute unterscheiden sich zum Standpunkt zu sich selbst. Statuseffekte werden verschenkt, falsch verstanden und überschätzt. Überstrahlt von passender Bedienung und gutem Anschein. Hoher Preis, und schlechte Arbeitsbedingungen, trotz leichter Bedienung und vermeidlicher Klarheit?

Der Halo-Effekt – ein persönliches und mediales Problem. Erstmals 1907 von Frederic L. Wells beobachtet. Solange wir noch Dinge hinterfragen, bleibt uns Zeit. Es gibt einprägsameres als den ersten Eindruck. Ungleichheit macht sympathisch. Müssen letzte Eindrücke zu einem Menschen so lange nachklingen? Immer auf der Suche, das Beste zu sehen. Wieso ist es so schwierig Gewohnheiten zu brechen, wieso muss alles messbar sein und warum sollen Dinge nicht funktionieren können?

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Vergessen (ZN)

Wie ein Kind, dass im Wartezimmer mit einem Holzklotz über den Straßenteppich brettert. Wie Scheinpersönlichkeiten uns andere Perspektiven zeigen oder Klarträume unsere Schattenseiten zeigen. So Leben wir in unser eigenen Welt.

In der Vergessenheit waren wir Uneinsichtig, Unaufmerksam oder haben keine tiefergehende Verbindung mehr, die uns dazu verleitet darüber nachzudenken. Besatze, die einen Abschnitt verschönern und plötzlich verschwinden, sind aufgespielte Wichtigkeiten die uns in diesen Zeiten über Wasser gehalten haben. Stichwort: Veränderungen. Allein die Vorstellung, dass …

Sie zeigten uns, welche Empfindungen wir einsetzen können, um ein Spiel zu gewinnen, zu verlieren oder menschlich zu sein. Depersonalisation. Verschiedene Gesichter müssen die alte Aktentasche ertragen. Immer griffbereit und auf eine gewisse Art und Weise doch selbstdarstellend. Auf einer anderen Ebene, die für die meisten nur sehr unverständlich scheint. Ein Zeitvertreib für Groß und Klein; die Vorstellung durchblickt zu werden, damit niemand mehr was wissen möchte. Eine günstige Überbrückungshilfe, im Netz der eigenen Treue. Auffangend, doch wie ein Lauffeuer. Anonymität hilft aus, bestätigt aber nur die Vergessenheit. Ein anstandshalberes „Sorry“ für diesen Netzroller.

Die Verbundenheit, der Verschleiß – unwichtig. Der Schlüssel geht verloren – die Wellenlänge geht ins ultraviolett. Ötska wäre lieber da und nicht da. Es ist aber auch zum vergessen werden. Niemand erlaubt sich den Platz dafür, auch wenn manche Anbieter diesen mittlerweile kostenlos anbieten. Doch es sind nicht die Gruppen, in der Ötska sein möchte. Auch Kants Zettel erfüllte wahrscheinlich nicht den Zweck über den Verlust von Erinnerungen und Wichtigkeiten.

Aber der Stadsdel bleibt erhalten.

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